Dieses Produkt erinnert uns sehr an die Yiganerjing-Creme: Auch Zudaifu soll ein Wundermittel gegen viele Hautprobleme sein – gegen Dermatitis, Ekzem, Juckreiz und eben nicht zuletzt gegen Psoriasis. Eine Desinfektion bei allen Pilzerkrankungen ist auch mit an Bord. Ach, man denke sich irgendein Hautproblem – Zudaifu soll dagegen helfen. Die Creme ist auch als Garyob im Handel.
Die angegebenen Inhaltsstoffe sind
- Gelbe Schnurbaumwurzel (Sophorae Flavesgentis radix; Ku Shen; gegen Entzündungen)
- Stemonawurzel (Stermonae radix; Bai Bu; antibakteriell und gegen Pilze wirkend)
- Brenndoldenfrüchte (Cnidii Fructus; She Chuang Zi; tötet Parasiten ab)
- Besenradmeldefrucht, auch Besenkraut oder Sommerzypresse genannt (Kochiae Fructus; Di Fu Zi; soll Hitze und Nässe "klären")
- Chinesische Ackerminze (Menthae Haplocalycis herba; Bo He; allgemein gegen Hautausschläge)
- Chlorhexidin (Hautreiniger bei Wunden)
- Stearinsäure
- Destilliertes Monostearat
- Glycerol Vineargear
- Vaseline
- gereinigtes Wasser
Bei manchen Versendern ist ein Zettel mit Hinweisen zu sehen. Unter "Warnungen" wird aufgeführt:
- Zudaifu soll nicht in der Schwangerschaft angewendet werden.
- Es soll nur da aufbewahrt werden, wo Kinder nicht hinkommen.
- Es soll nicht auf geschädigter Haut, auf Schleimhäuten und auf Wunden angewendet werden.
Letzteres spricht dann gegen die Anwendung bei Hauterkrankungen.
Gegen den Kauf spricht auch, was Dr. Axel Wiebrecht vom Centrum für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie in Berlin erklärt:
„Die deklarierten Bestandteile sind prinzipiell zur Behandlung von bestimmten Formen von Hauterkrankungen geeignet. Aber nicht diese sind ein mögliches Problem, sondern Bestandteile, die möglicherweise nicht deklariert sind.“ Für ihn ist bei Cremes wie dieser verdächtig, wenn sie alle Hautkrankheiten bessern sollen. „Die Inanspruchnahme zur generellen Eignung für alle Hauterkrankungen ist mit den Prinzipien der Chinesischen Medizin absolut nicht vereinbar“, schrieb uns Wiebrecht, als es um Yiganerjing ging. „Vielmehr werden in der Chinesischen Medizin auch Krankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis nach den Syndromen der Chinesischen Medizin differenziert und entsprechend unterschiedlich behandelt. Nur so kann die Chinesische Medizin erfolgreich sein.“
Ende Dezember 2018 teilte die britische Medikamenten-Behörde MHRA mit, dass sie in Zudaifu ein starkes Kortison gefunden hat, nämlich Clobetasolpropionat. Das ist auch in gängigen Cremes in Deutschland enthalten – und die sind eben wegen des Kortisons allesamt verschreibungspflichtig. Wer also Zudaifu gekauft hat, kann sich das gleiche, nur sicherer, vom Hautarzt hierzulande verschreiben lassen. Die Medikamente heißen Clarelux, Clobegalen, Clobetasol, Clobex, Dermoxin oder Karison.
Unsere Prognose: Es wird bei Amazon, eBay und Co sehr bald "würdige" Nachfolger geben, die nach der gleichen Methode gestrickt sind. Cezubem könnte so ein Beispiel sein.
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