Von Norden bis Süden misst das Tote Meer mehr als 90 Kilometer. Am Ufer gibt es Wüste, Halbwüste und Oasen. Im und am Toten Meer suchen Leute mit Hautkrankheiten und Gelenkproblemen Erholung und Linderung. Aber: Der Wasserspiegel sinkt jedes Jahr um mehr als einen Meter. Inzwischen klaffen dort Tausende von Einsturzlöchern. Hinzu kommen Starkregen und Sturzfluten. Als wäre das noch nicht genug, breitet sich die Wüste aus, Trinkwasser wird durch Salzwasser verschmutzt – und es . werden Erdbeben registriert.
Forscher haben untersucht, woran das liegt. Am Ende ihrer Arbeit wollen sie Daten liefern, auf die sich andere verlassen können. So soll damit vorhergesagt werden können, wie viel Wasser verdunstet oder wie viel Wasser verfügbar ist. Risiken können damit ebenfalls bewertet werden. Dafür haben die Forscher Langzeitmessungen und Intensivmesskampagnen an über 150 Standorten um das Tote Meer vorgenommen. Dazu gehört auch die am tiefsten gelegene meteorologische Messstation der Welt. Sie steht 429 Meter unter dem Meeresspiegel.
Dass der Meeresspiegel so stark sinkt, ist unter anderem dem Durst der Menschheit geschuldet: Rund 90 Prozent der Wassermenge des Jordans entnehmen die Anliegerstaaten für Trinkwasser, bevor der Fluss das Tote Meer erreicht. „Unsere Daten zeigen aber auch, dass die Verdunstung zum Rückgang des Seespiegels wesentlich beiträgt“, sagt der Meteorologe Dr. Ulrich Corsmeier vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Kräftige Winde, die periodisch am Abend direkt nach Sonnenuntergang auftreten, verstärken die Verdunstung besonders.“
Die Einsturzlöcher wiederum sind Folge davon, dass der Grundwasserpegel sinkt. Süßwasser strömt nach und löst unterirdische Salzschichten. Dadurch entstehen Hohlräume, die schließlich einbrechen. Solche Einsturzlöcher gefährden Gebäude, Straßen und landwirtschaftliche Flächen. Forscher aus unterschiedlichen Institutionen arbeiten daran, die Entwicklung der Löcher besser zu verstehen. Im Idealfall wollen sie sie sogar kontrollieren können.
Darüber hinaus sind mächtige Sturzfluten ein Problem: Sie treten nach lokal begrenzten starken Regenfällen in den engen Taleinschnitten auf und stellen eine große Gefahr für Menschen dar. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung haben ein Grundwasserfließmodell des gesamten Einzugsgebiets rund um das Tote Meer erstellt. Und das Einzugsgebiet ist groß: Dazu gehören Jordanien, das Westjordanland und große Teile Israels und Syrien.
Die Wissenschaftler befassten sich auch mit der Entstehung der Sturzfluten in Flusstälern zum Toten Meer hin, die eigentlich trocken sind. Die Fluten haben einerseits eine gewaltige Zerstörungskraft, die sich in enormen Schäden an der Infrastruktur zeigt. Sie sorgen aber auch dafür, dass das Tote Meer wieder aufgefüllt wird.
Die Forscher aus Deutschland, Israel, Jordanien und Palästina haben in einem virtuellen Helmholtz-Institut namens DESERVE zusammengearbeitet. Koordiniert hat das alles das koordiniert hat das KIT.
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