Der WDR hat den Autoren der Sendung "Heilung unerwünscht" freigestellt. Außerdem leitet der Sender arbeitsrechtliche Schritte gegen ihn ein. Dabei geht es seinen Vorgesetzten offenbar darum, dass der Autor "wiederholt über den Zusammenhang von Sendedatum und Buchveröffentlichung getäuscht" und in einer dienstlichen Erklärung falsche Angaben gemacht hat.
Mit sofortiger Wirkung hat der WDR den Redakteur und Autor Klaus Martens vom Dienst freigestellt und arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet. Der WDR sieht es als erwiesen an, dass Martens als Autor des ARD-Features „Heilung unerwünscht: Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern“ gegen Programmgrundsätze verstoßen und falsche Angaben gegenüber dem WDR gemacht hat.
Das Feature „Heilung unerwünscht“ befasste sich mit der Geschichte der Mavena-B12-Creme (damals Regividerm), die bei Beschwerden wie Neurodermitis und Schuppenflechte ohne schwere Nebenwirkungen zu helfen verspricht. Neben inhaltlicher Kritik an dem Film wurden auch Zweifel an der Unabhängigkeit des Autors laut, weil er kurz nach der Ausstrahlung des Films ein Buch zu demselben Thema veröffentlichte.
Gegen das Feature wurde formelle Programmbeschwerde erhoben. Darauf hin wurde im Rundfunkrat des WDR in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert. Intendantin Monika Piel bezog zur Aufklärung von Vorwürfen die interne Revision ein.
Die Prüfung ergab laut WDR, dass der Mitarbeiter seine unmittelbaren Vorgesetzten, die Fernsehdirektorin und die Intendantin und damit mittelbar auch die Gremien wiederholt über den Zusammenhang von Sendedatum und Buchveröffentlichung getäuscht und in einer dienstlichen Erklärung falsche Angaben gemacht hat.
Die Patientenorganisation Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft (PSOAG) kritisiert, dass der WDR Klaus Martens von seinen Aufgaben freigestellt hat. Der Autor solle allein für die heftige Kritik an der Sendung "Heilung unerwünscht" verantwortlich gemacht werden, obgleich der Beitrag von der WDR-Redaktion "die story" und deren Chefredakteur "abgesegnet" gewesen sei.
Der Name des Filmautoren wird in der Pressemitteilung des WDR nicht genannt. Klaus Martens stand gegenüber dem Psoraisis-Netz aber auch Monate nach der Veröffentlichung zu seinen damaligen Aussagen. Zur Wirksamkeit der Salbe gibt es inzwischen zahlreiche Erfahrungsberichte. Den Film gibt es in mehreren Teilen auf YouTube. cl
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