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  • Claudia Liebram
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    Claudia Liebram

    Kranke Surfer fühlen sich gesünder

    Wer wegen einer Krankheit im Internet nach Informationen sucht, schätzt danach seine eigene Gesundheit besser ein – und das manchmal zu unrecht. Das zumindest behaupten Forscher vom Leibniz-WissenschaftsCampus „Bildung in Informationsumwelten“ in Tübingen.

    Sie selbst drücken das ein wenig anders aus, nämlich:

    dass das Suchen und Lesen von medizinischer Information im Internet zu einer positiveren Wahrnehmung der eigenen Gesundheit führen kann – und zwar dann, wenn Patienten nach einer Diagnose gesundheitliche Bedrohung erleben.
    Gespräche mit dem Arzt sind dem Kranken oft zu kurz oder zu oberflächlich. Da nutzen die Erkrankten doch lieber dasInternet, um ihre Diagnose besser zu verstehen und Informationen über Heilungsverfahren oder Krankheitsverlauf zu erfahren.

    Die Tübinger Psychologen fanden auch heraus, dass Patienten die Internet-Informationen einseitig aufnehmen, wenn sie die Diagnose haben und sich von der Krankheit "bedroht" fühlen. "Viele Menschen konzentrieren sich unter Bedrohung bei ihrer Internetrecherche unbewusst auf die positiven Informationen und blenden negative aus", schreiben sie in ihrer Studie.

    Der Psychologe Professor Kai Sassenberg erklärt: „Um das Gefühl der Bedrohung zu reduzieren, wählen Patienten bei der Informationssuche im Internet mehr positive Links aus und erinnern sich öfter an positive Informationen aus gelesenen Texten.“ Erkrankte würden sich so einen verfälschten Eindruck von ihrer eigenen Situation formen. Das Fatale: Dann übersehen sie auch, dass sich ihre Krankheit auch negativ entwickeln kann.

    Mit diesem einseitigen Bild kommen die Patienten irgendwann zu ihrem Arzt zurück – und der muss das dann geraderücken.

    Überrascht waren die Forscher von einem Ergebnis: "Je schwerer die Erkrankung, desto zuversichtlicher fühlen sich Menschen nach intensiver Internetrecherche in Bezug auf ihre eigene Gesundheit."

    In Tübingen setzt man bei der Lösung des Problems auf die Zukunft: Die Forscher des Leibniz-Instituts für Wissensmedien tüfteln mit Dozenten des Universitätsklinikums Tübingen an Unterrichtseinheiten für zukünftige Ärzte. Dann lernen Medizinstudenten, wie sie mit (fehl-)informierten Patienten angemessen umgehen.


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