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  • Claudia Liebram
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    Claudia Liebram

    Ein Protein hält Viren bei Psoriatikern in Schach

    Menschen mit Schuppenflechte sind laut Forschern weniger anfällig für Virusinfektionen als jene, die unter einer Neurodermitis leiden. Die Wissenschaftler glauben jetzt auch den Grund dafür zu kennen: Direkt in den Psoriasis-Stellen sollen mehr Proteine unterwegs sein, die die Vermehrung von Viren hemmen. Bei der Gelegenheit haben die Forscher gleich noch eine neue Funktion des Immunsystems entdeckt.

    Eigentlich sind sowohl die Schuppenflechte als auch die Neurodermitis für Viren eine prima Sache: Sie können dort besser durch die geschädigte Hautbarriere in den Körper eindringen. Dennoch haben mehr Neurodermitiker als Psoriatiker virale Infektionen der Haut, die sogar lebensbedrohlich werden können. "Schuld" daran ist das Interleukin-29. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass eben unterschiedlich viele so genannte antivirale Proteine produziert werden.

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    Interleukin-29 in Haut mit Psoriasis

    "Von den mehr als 30 Botenstoffen der Immunzellen, die wir bei der Schuppenflechte untersucht haben, gab es einzig mit Interleukin-29 einen Zusammenhang mit den Mengen der antiviralen Proteine«, erklärt Dr. Kerstin Wolk von der Berliner Charité. "Tatsächlich ist Interleukin-29 zwar in psoriatischer Haut, nicht jedoch in Haut mit Neurodermitis vorhanden."

    Als die Forscher das Interleukin-29 wegfingen, verringerte sich in den Hautproben von Psoriasis-Patienten die Zahl der antiviralen Proteine. In weiteren Versuchen sorgte das Interleukin-29 dafür, dass die Produktion antiviraler Proteine angekurbelt wurde und Hautzellen so vor Virusinfektionen geschützt wurden.

    Also wollen die Forscher genau dort ansetzen: "Wir können uns vorstellen, dass man mit der therapeutischen Gabe von Interleukin-29 oder von Substanzen, die seine Wirkung nachahmen, die lokale Virusabwehr von Patienten steigern kann", sagt Dr. Robert Sabat, Leiter des Psoriasis-Forschungs- und Behandlungszentrums der Charité. Das gelte für Neurodermitis, aber auch für andere chronische entzündliche Erkrankungen, die sich an den Epithelien abspielen – wie einige Lungenerkrankungen, bei denen virale Infektionen ein Problem sind.

    Ihre Erkenntnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift "Science Translational Medicine" niedergeschrieben.


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