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Neurodermitis


Gast Karo51Gast

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Geschrieben
Guten Tag Her Prof. Kleine-Tebbe,

ich bin 69 Jahre und leide seit meiner Kindheit mehr oder weniger an Neurodermitis. Seitdem nehme ich Prednisolon- bzw. Cortisonsalben.
Nach meiner ersten Schwangerschaft war meine Haut sehr schlecht, nach der zweiten recht gut.
Ich habe Unterfunktion der Schilddrüse und nehme 1/2 Tablette L-Thyroxin 0,75 ein.
Im vergangenen Jahr war ich 5 Wochen in einer alternativen Hautklinik, mit dem Ergebnis, dass sich meine Haut sehr gebessert hatte. 
Die Ernährung wurde umgestellt,  Cortisonsalbe vollkommen abgesetzt, auch meine Muskel/Gelenkbeschwerden waren über einen längeren Zeitraum wie weggeblasen. 
Ich habe viele Allergien, u.a. Hausstaub, Heuschnupfen, Getreide, Latex ....
Leider gab es durch einen Urlaub einen Rückschlag, die verschriebenen Salben verschlimmerten die Haut, so dass ich wieder auf Cortisonsalbe (Prednicarbat) angewiesen bin. Bis auf die Hände bin ich aber jetzt sehr zufrieden.
Ich achte nach wie vor auf histaminarme Ernährung. 
Mein Blutbild ist in Ordnung, keine Entzündungswerte sind vorhanden.

Meine Augen bereiten mir große Sorgen. Sie sind entzündet, jucken und tränen, sind morgens verklebt.
Ich wurde auf trockenes Auge behandelt, aber alle ausprobierten Tropfen und Salben zeigen keine Wirkung. Vor kurzem bekam ich Hydrocortison-POS N 1% Augensalbe verschrieben.
Nach einer Woche waren die Beschwerden weg. Seit fünf Tagen habe ich die Salbe abgesetzt, aber das Jucken der Augen beginnt schon wieder.

Meine Fragen:
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Neurodermitis und den entzündeten Augen?
Gibt es einen Zusammenhang bei Verwendung von Cortisonsalbe mit Muskel/Gelenkbeschwerden bzw. erhöhten Harnsäurewerten (6,8) ?
Ich lebe schon sehr diät und ernährungsbewusst. 
Was kann ich tun, wer kann mir helfen?
Vielen Dank im Voraus!

Erfahrungen austauschen über das Leben mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis

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Geschrieben

Die Beschreibung Ihrer Augensymptome ist nicht ganz eindeutig. Sind nur die Bindehäute der Augen betroffen mit Juckreiz, Rötungen und Tränenfluss? Oder sind es eher die Augenlider, die gerötet, trocken und teilweise schuppig mit starken Juckreiz belastet sein können? Wenn letzteres der Fall ist, handelt es sich um ein atopisches Lidekzem, die Neurodermitis an den Augenlidern. Hier würde tatsächlich Cortison  äußerlich angewandt sehr rasch helfen, allerdings wenden wir Hautärzte das Cortison ungern dauerhaft an den Augenlidern an, da dort die Haut sehr fein und leichter durchlässig für Wirkstoffe ist.

 Sollte es sich um dieses atopisches Lidekzem handeln, werden heute kortisonfreie Cremes oder Salben  mit einem Wirkstoff aus der Gruppe der Calcineurin-Antagonisten gewählt.  Sie enthalten kein Cortison und können auch regelmäßig dauerhaft an den Augenlidern angewandt werden: die Wirkstoffe heißen  Pimecrolimus und Tacrolimus und sind jedem Hautarzt bekannt, da sie seit vielen Jahren erfolgreich für prekäre Stellen am Körper bei der Neurodermitis eingesetzt werden

Zu ihrer zweiten Frage: es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Kortisonsalben und den beschriebenen Muskel-oder Gelenkbeschwerden Punkt auch die Harnsäure wird durch die cortisonanwendung nicht beeinflusst. 

Zur dritten Frage: pauschale Diäten bei Neurodermitis gibt es nicht. Daher werden keine allgemeinen Ernährungsempfehlungen bei Neurodermitis formuliert. Ausnahmen stellen nachgewiesene Nahrungsmittelallergien dar,  bei denen es zu einer Verschlechterung des Hautbildes kommt. Das ist allerdings viel seltener als allgemein angenommen.

Da sie auf insgesamt viele Allergien haben, würde ich die Behandlung bei einem Hautarzt mit allergologischer Erfahrung empfehlen. Er sollte auch den Stellenwert der zusätzlichen Allergien richtig einordnen können und Sie entsprechend beraten.

 

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