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Kampfzwergal

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Geschrieben

Hallo ihr lieben,

habe beruflich einige Fragen. Versuche meine Situation übersichtlich zu beschreiben. Kleiner Steckbrief über mich:

-junge Mutter, alleinerziehend (mittlerweile in Partnerschaft) Ausgebildete Bauzeichnerin, Psoriasis (momentan gering ausgeprägt, schwere Arthritis (spondyloart.) Wirbelsäulenbeteiligung und Becken, in der Vergangenheit schwere Depressionen durch mehrere versch. Faktoren 

Folgendes ist passiert: Nach jahrelanger, schwer ausgeprägter  Pso und anschließender Arhtritis Diagnose vor 3 Jahren (zusätzl. Belastung 40 Stunden Job, komplett alleine mit Kind, finanzielle Belastungen, Haushalt etc pp) kam es letztlich zu heftigen Depressionen. Habe (nach einem halben Jahr Wartezeit) eine stationäre Therapie gemacht, mit Erfolg. Dadurch habe ich meine langjährige Anstellung aufgrund der vielen Ausfälle von insgesamt 17 Wochen, verloren. Irgendwo verständlich, wenn auch erschütternd für mich. Seither habe ich, 4 Jobwechsel durchgemacht. Die letzte Kündigung erhielt ich letzte Woche, da ich zum zweiten Mal krankgeschrieben bin (2x zwei Wochen) aufgrund der Arthritis.

GDB (20%) wurde zuletzt vor 3 Jahren beantragt. Werde ich natürlich erneuern. Habe in den 3 Jahren so selten und so kurzzeitig Schübe gehabt dass ich mich !gegen! eine Therapie mit Biologika, wegen der erheblichen Nebenwirkungen entschieden habe. Nun habe ich seit einigen Monaten so heftige Schmerzen in oben genannten Bereichen dass ich BtMG würdige Schmerzmittel, Kortison und andere Entzündungshemmer nehmen muss bis der Termin im Juni beim Rheumatologen stattfindet. (Stehe aber auf der Notfallliste)

Auf den Punkt kommend: ich bin ab Mai arbeitslos... Irgendwie nicht so sehr zu meinem bedauern, da ich seit Jahren unzufrieden, in dem doch sehr stressreichen, zu meinem bedauern sitzenden job, bin. Warum ich das sitzen kritisiere? Umso weniger bewegung, umso eher Schmerz durch Versteifung (beginnend Spätnachmittag, bis in die Morgenstunden)

Ein Arbeitgeber bekommt natürlich nicht mit was ich nachts erleide und da ich vorallem tagsüber keine Probleme hab. Mir fällt momentan halt auf wie sich die schmerzen viel später erst einstellen, jetzt wo ich krankgeschrieben bin und mich tagsüber immerzu bewege!

Eine Umschulung habe ich vor 3 Jahren alleine wegen der Depression beantragt. Die Baubranche ist hart! Die Anforderungen der Arbeitgeber (als hätte ich Architektur studiert?!?!?) sind oftmals jenseits der Realität... Hatte bei der letzten Stelle neben der Arthritis mit Stresssymptomen (Tinnitus, Herzrasen, Schwindel, innere Leere) zu kämpfen... Ich will diesen Beruf nun wirklich nicht mehr ausüben da ich jedes Mal wieder an der harten Realität scheitere.. der antrag auf Umschulung wurde damals abgelehnt. Der prüfende Arzt sagte damals "was wollen sie besseres als einen Bürojob".. Hammerhart! Bund meine Frage.. hat von euch jemand Erfahrungen mit Depression, Pso plus arthritis und Umschulung? Hat von euch jemand einfach einen eiskalten Quereinstieg gewagt und ganz wichtig: wie erkläre ich denn diese vielen Jobwechsel, noch dazu durch Krankheit ohne mir ein Ei zu legen...... Hilfe! Und danke natürlich :)

Erfahrungen austauschen über das Leben mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis

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Geschrieben

Hallo kampfzwergal, 

Ich habe mit großer Empathie deinen Beitrag gelesen.Ich bin ebenfalls ssejt 13 Jahren alleinerziehend und meine ps o brach vor 9 Jahren aus. Leider ist meine Diagnose erst 2016 nach unendlicher Arztpraxen gestellt worden,weil ich eine Sonderfall der pso habe. Zusätzlich habe ich ebenfalls Arthritis und auch mein Leben lang schon mit depressiven Phasen zu kämpfen. 

Zu seinen Fragen kann ich nicht viel sagen, nur aus dem Bauch raus. Ich habe keinen bürojob,aber einen stressigen allemal. 

Ich glaube eine Umschulung bezahlt zu bekommen ist nahezu unmöglich. Stress im Job wirkt zwar in der Regel negativ auf unsere Erkrankung,aber zeig mir eine Arbeit in der man keinen Stress von Zeit zu Zeit hat. Zusätzlich kann ein Arbeitgeber für behindertengerechte Arbeitsplätze sorgen,wenn man das möchte und eine Gleichstellung beantragt. Dazu müsstest du zunächst deinen GDB in Angriff nehmen und eine neufeststellung machen. Das wäre der erste Schritt. Hast du, wie ich einen GDB von 30 kann man beim Arbeitsamt eine Gleichstellung beantragen.

Bist du denn zur Zeit in Beschäftigung?

Mich quälen von Zeit zu Zeit auch berufliche zukunftsängste,also kann ich gut verstehen  wie das ist. Wie gesagt nicht viele Informationen,aber ich Teile deine Sorgen und Gedanken über eine mögliche Zukunft.

  • Danke 1
Geschrieben

Sorry gerade lese ich,dass du ab Mai arbeitslos bist. Stell erstmal beantragt GDB und anschließend den gleichstellungsantrag. Dann kann das Arbeitsamt damit vielleicht was anfangen

Geschrieben

Das mache ich auf alle Fälle. Also kommende Woche steht eh ein regelrechter Ärzte Marathon bevor. Auch Neurologe wegen der heftigen Stresssymptome, die übrigens jetzt da ich Zuhause bin wieder nachgelassen haben bzw Zuhause so gut wie nie auftauchen außer ich stehe wieder unter "Anspannung".. aber der Rheumatologen Termin ist ein muss, diesen abzuwarten... Eben auch wegen evtl Schäden an Wirbelsäule und Becken.

Danke für deine Antwort :)

Geschrieben (bearbeitet)

Liebe  Finefee211,

mit dem Stress hast du in unserer schnelllebigen Zeit auf jeden Fall Recht! Ich unterscheide da allerdings aus meinem persönlichen Gefühl, wie ich diesen definiere. Es gibt ja bekanntlich den Disstress (negativ erlebter Stress) und den Eustress, einen angenehmen, sogar motivierenden Stress. Den positiven erlebe ich ebenso intensiv wie auch den Negativen. Wann ich mit Stress, auf Stress reagiere,ist zum Beispiel bei meiner ganztägig geforderten Konzentration, in die ich oft anfänglich durch "Flow" Gefühl unabsichtlich Hineinrutsche. Dies ist ein Zustand den ich kaum beieinflussen kann. Damit einhergehend sind auch massive Muskelverspannungen (hierzu sollte ich erwähnen dass ich auch an einer Posttraumatischen Belastung leide - eine Art Selbstschutz Funktion des Körpers auch schon mit Dissoziation und Muskelkrampfartige Anfälle) ich neige dazu zu verkrampfen wenn es unangenehm stressig wird. In dieser Branche keine Seltenheit.. Zusätzlich reagiere ich auf Zeitdruck und fühle mich diesem oft nicht gewachsen. Viel Arbeit hingegen kann mich oftmals extrem motivieren.. wie gesagt solange sie mir nicht die pistole auf die Brust setzt, was in Baumplanungen stetig gegeben ist... Die Kunden sind oft im höchsten Maße anstrengend.... Ich sage nur häuslebauer und ihre Luxusprobleme.... Nicht alle aber viele ein hochnäsiges Volk 

bearbeitet von Kampfzwergal
Fehlerberichtigung
Geschrieben

Hallo @Kampfzwergal

Willkommen noch bei uns!

Alle deine Argumente klingen wohlüberlegt und nachvollziehbar. Schade, dass dich offensichtlich noch kein Berater ernstgenommen hat, denn du klingst ja absolut nicht nach "ich hab keinen Bock auf Arbeit", sondern "Ich will und kann diese Arbeit nicht mehr machen, aber grundsätzlich arbeite ich gern und wenn's sein muss auch viel". Alles in allem: Respekt!

Ich denke, auch eine Beratung beim Sozialverband bzw. VdK wäre für dich eine Möglichkeit, um Licht ins Dunkel zu bringen. Wenn es eher um gesundheitliche Fragen geht, gibt es natürlich immer noch die Unabhängige Patientenberatung.

Denkbar wäre auch eine Reha, in der es auch eine gute Sozialberatung gibt. Hast du darüber  schon mal nachgedacht?

 

Geschrieben

Vielen Dank für die freundliche Aufnahme @Claudia! :)

Nein null Bock auf Arbeit, gab's noch nie und wird's nie geben. Ich bin eher die Sorte Mensch die sich sehr gerne auch persönlich mit dem Beruf identifiziert und hatte zudem starke Vorbilder in meiner Familie. Für mich ist arbeiten eine Selbstverständlichkeit. Es gibt allerdings zahlreiche Gebiete die mich wesentlich mehr interessieren als der derzeitige Beruf. Die kontraliste überwiegt eben, leider! Das Thema Reha wurde bei mir vor 3 Jahren Mal, von  einem Arzt angeschnitten. Ich hatte nur nicht mehr den Mut nachdem mein Antrag auf Umschulung so schroff abgelehnt wurde. Ich werde das Thema bei meinem Hausarzt demnächst nochmal anschneiden. Fraglich ist nur ob das wegen der derzeit aktiven Erkrankungen zugelassen wird (Büro sei angeblich bei Arthritis das beste, dabei arbeite nicht einfach nur als Schreiberling, sondern in einem wirklich anforderungsvollen Job und sehe den Stress auch für die Arthritis hoch kritisch). Eine erneute Depression kann ich derzeit nicht verspüren. Nicht so wie ich sie kenne.. wenn auch Schlafstörungen bestehen. Ich bin weder traurig, noch antriebslos, ganz im Gegenteil eig voller Tatendrang und Motivation was zu erreichen. Nur diese Stresssymptome machen mir immer wieder gerne zu schaffen. Bin auch akustisch nicht mehr belastbar. Zu viele Reize und Geräusche lösen in mir den reinsten Stress aus.. ich werd dennoch Mal nachfragen. Das mit der VdK ist eine Klasse Idee! Danke vielmals hierfür :)

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