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Hat jemand Erfahrungen mit Neuraltherapie?


Katha_89

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Geschrieben

Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen, ob jemand von euch schonmal Neuraltherapie ausprobiert hat? Ich bin vor kurzem darüber gestolpert und überlege nun, ob ich es nicht mal damit versuchen soll, um meine chronischen Rückenschmerzen zu bekämpfen. Da wird ja gezielt ein Schmerzmittel in die betroffene Stelle injiziert, hatte gelesen, dass da schon einige Leute chronische Schmerzen mit wegbekommen haben. Ich hab es schon mit Rückengymnastik, Muskelaufbau, Massagen, Yoga und allem probiert, aber es ist nicht besser geworden, deswegen dachte ich, vielleicht ist es den Versuch ja wert. Meine Krankenkasse bezahlt sowas sogar. Allerdings hab ich Angst vor Nadeln. Deswegen wollte ich, bevor ich einen Termin beim Heilpraktiker ausmache, erstmal fragen, ob sich hier schonmal jemand einer Neuraltherapie unterzogen hat? Wenn ja, hat es bei euch funktioniert, bzw. sind die Schmerzen langfristig weggeblieben? Und wie viele Sitzungen hat es gedauert? Und tut das weh?  

Für Antworten wäre ich sehr dankbar!
Liebe Grüße, Katha

Erfahrungen austauschen über das Leben mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis

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Geschrieben

Hallo Katha 89,

ich hatte Neuraltherapie gegen Schulter-und Ruckenschmerzen bei meinen Aufenthalten in der Hautklnik Leutenberg bekommen. Sie tun für mein Schmerzempfinden nicht weh. Geholfen hatten sie allerdngs auch  nicht. Aber ausprobieren würde ich das allemal, zumal, wenn es die Kassen bezahlen. LG Waldfee

 

  • + 1
Geschrieben

Hallo Katha_89,

es tut mir Leid, dass du chronische Rückenschmerzen hast. Da kann ich mir vorstellen, dass man leicht versucht ist auch merkwürdigste sog. Therapien über sich ergehen zu lassen.

Bei mir klingeln inzwischen alle Glocken, wenn ich 'ganzheitlich' lese. Daher auch bei der von dir angesprochenen 'Neuraltherapie'.

Für diese angebliche Therapie gibt es keinerlei kontrollierte Studien die eine Wirksamkeit über der eines Placebos nachgewiesen hätten. Die Erfinder (Huneke und Huneke, 1891-1966) sind von Mechanismen ausgegangen die inzwischen als widerlegt gelten. Diese sog. Therapie gehört also in die pseudo-medizinische Ecke.

Die von dir verlinkte Seite ist die eines Heilpraktikers der keinerlei Hinweise auf seine Ausbildung preis gibt. 

Heilpraktiker dürfen nur noch "quaddeln", dabei wird Lidocain unter die Haut gespritzt - das soll dann irgendwelche 'Fernwirkungen' auf die Schmerzen haben. Dazu gibt es keinerlei Hinweise auf den Wirkungsmechanismus.

Die von den Huneckes postulierten 'Störfelder' im Körper gibt es nicht, daher kann da auch nichts 'entstört' werden.

Helfen soll diese Pseudomaßnahme gegen so gut wie alles,  von Verspannungen über Blasenerkrankungen, Haarausfall, Leber- UND Nierenleiden sowie Zwölffingerdarmgeschwüre. Nicht zu vergessen Gehirnerschütterungen und Wirbelsäulenschaden. Die Anhänger meinen eigentlich gegen alles.

Wobei es keine Behandlung ist bei der man sagen könnte - ach was solls ist ja nur Geld. Es gibt etliche Meldungen von heftigen Verletzungen der Patienten. Sehstörungen und Kreislaufprobleme sind da noch die geringsten. Sogar Atem und Herzstillstände sind berichtet worden.

Sogar, bei 'richtigen' Ärzten die diese Maßnahmen angewandt haben kam es zu heftigen Zwischenfällen. So wird z.B. von einer Einblutung in die Hirnhäute berichtet. Das kommt vielleicht nicht so oft vor, aber allergische Reaktionen sind nicht so sehr selten.

Es ist auf jeden Fall die Frage, ob solche obskuren Methoden ohne jeglichen Wirkungsnachweis es wert sind, seine, vielleicht sowieso schon angeschlagene Gesundheit noch weiter zu gefährden.

Noch eine Bemerkung zur Bezahlung - leider ist die Tatsache, dass die Krankenkassen Behandlungskosten übernehmen kein Garant für eine seriöse Therapie. Besonders seit diese Institutionen hauptsächlich Geld verdienen wollen bieten sie auch die Übernahme von Kosten für Pseudo-Therapien aller Art an.  Es bezahlt also die Allgemeinheit für Quacksalbereien.

Hätte ich chronische Rückenschmerzen die sich resistent gegen die gängigen Therapien gezeigt hätten würde ich mich bei einer Schmerzklinik vorstellen. Oft sind chronische Schmerzen ein Teufelskreis bei dem auch Schmerzempfinden und Schmerzwahrnehmung gestört sind. Um diesen Kreislauf zu erkennen und ihn zu unterbrechen sind keine Scharlatane nötig. 

Erfolg.

 

 

 

  • + 1
Geschrieben

Hallo Katha,

vor zwanzig Jahren hatte ich, durch meine ständige Cortisoneinnahme im jungen Alter, eine starke Osteoporose. Meine gesamte Rückenmuskulatur verkrampfte sich, da die Muskeln immer versuchten die Wirbelsäule zu halten. Ich hatte nur noch 30% vom Knochen. Die Knochen wurden aufgebaut, aber der Schmerz war nicht beseitigt. Ich habe dann in Würzburg eine Neuraltherapie gemacht. War nicht ungefährlich, da das Anästhetikum direkt an den Nerv gespritzt wird. Aber bei den Schmerzen die ich hatte war mir das egal.

Schon nach der ersten Spritze empfand ich eine Verbesserung. Ich war nach drei Spritzen schmerzfrei.

Bis heute habe ich keinerlei Probleme.

Hoffe ich konnte helfen.

Lieben Gruß Tessa

  • + 2
Geschrieben

Hey ihr Lieben, 

vielen Dank für die Antworten! 

Waldfee, schade, dass es bei dir nicht geholfen hat. Aber dass es nicht weh getan hat, beruhigt mich schonmal (ist natürlich individuell, aber trotzdem).

Sia, vielen, vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort und dass du dir die Mühe gemacht hast! :wub: Das sind auf jeden Fall alles Risiken, über die ich noch mal ganz genau nachdenken muss. Dass die Krankenkassen auch Leistungen bezahlen, deren Seriösität nicht feststeht, wusste ich nicht und das schockiert mich gerade ein bisschen. Als ich gelesen habe, dass meine KK das bezahlt, bin ich davon ausgegangen, dass das eine seriöse Methode ist! Was du geschrieben hast, gibt mir entsprechend zu denken - Tessas Erfahrung aber auch.  

Tessa, ich freue mich sehr zu lesen, dass du seit der Neuraltherapie schmerzfrei bist! Allerdings ist dein Fall natürlich auch noch mal eine ganze Spur härter als meiner. 

Ich werde mich jetzt nochmal ganz genau darüber informieren und falls ich dazu tendiere, es wirklich zu machen, ein ausführliches Vorgespräch mit dem Heilpraktiker machen. Wenn dann bei mir die Alarmglocken klingeln, überlege ich mir was anderes.

Vielen Dank noch mal für eure Antworten!

  • 4 Jahre später...
Geschrieben

Neuraltherapie bei Psoriasis: ich bin Arzt, mittlerweile seit 2 Jahren im Ruhestand. Ich habe sehr viel Neuraltherapie gemacht, besonders in den 80-er Jahren. Ich erinnere mich an eine damals mir etwa gleichaltrige junge Frau mit psoriatrischen Arealen am ganzen Körper. Wir haben Stellatumblockaden versucht, an einem Tag links, am Folgetag rechts. Eine Woche später erneut. Das hielten wir etwa 3-4 Wochen durch. Die Psoriasis verschwand (!) am ganzen Körper. Sie kam aber nach etwa 6 Wochen wieder. Wir haben es erneut versucht, gleiches Ergebnis. - Das Ganglion stellatum ist ein vegetativer Knotenpunkt des sympathischen Nervensystems. Ob der effekt reproduzierbar ist, kann ich nicht sagen. Einen Versuch ist es wert. Was Sie noch versuchen könnten: Autosystemhypnose nach Götz Renards. Da werden Sie nicht unbedingt in eine willenlose Zirkushypnose versetzt; Ihre Aufmerksamkeit wird aber so gelenkt, dass man Sie gezielt fragen kann, ob die Hautkrankheit in Wirklichkeit zum Beispiel eine aggressive Funktion hat, die Sie denkbarerweise gegen sich selbst richten, die aber ggf. jemand oder etwas Anderem gilt (?. Finden Sie da was, dann könnten Sie das versuchen, auf „Software“-Ebene z.B. per EFT aufzulösen. Dann sehen, was passiert. Götz Renards geht von selbstorganisatorischen Effekten aus. D.h., dass der Organismus sich nach Erkenntnis selbst in Richtung Heilung organisiert. Das hat mich bei meinen Aktivitäten eher weniger überzeugt. Aber in Kombination mit EFT oder Ähnlichem wäre es einen Versuch wert.  Versuch macht klug. Schaden tut‘s eher nicht. Viel Erfolg! 

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