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Intolerante Arbeitgeber


zpaces

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Geschrieben

Hallo Leute,

ich würde gern mal von Euch wissen, wie es bei Euch so mit Schuppenflechte und Arbeitsmarkt ist. Insbesondere bei denen mit sichtbarer Schuppenflechte. 

Ich habe die Pso stark auf der Kopfhaut und hinter den Ohren und  schwach aber sichtbar auf den Händen und im Gesicht. Ich selber habe es erlebt, dass man mir nur sehr ungern die Hand geben wollte. Natürlich war ich dann hinterher für den Büro-Job "nicht geeignet". Bei einem anderen Bewerbungsgespräch wurde ich direkt darauf angesprochen, dass es mit Kundenkontakt Probleme geben würde, da nicht jeder weiss was Schuppenflechte ist bzw. weiss dass die Pso nicht ansteckend ist. Mit dem Satz "Sie müssen daher verstehen, dass wir sie nicht einstellen können." wurde das Bewerbungsgespräch dann auch beendet.

Macht es Sinn die Krankheit beim Arbeitsamt "zu hinterlegen"?

Des weiteren würde ich gern von Euch wissen, wie es bei Euch so mit sichtbarer Schuppenflechte und Arbeitssuche/Arbeitsamt ist.

Vielen Dank.

Erfahrungen austauschen über das Leben mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis

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Geschrieben

Guten Morgen , das ist eine gute Frage und ja , ich glaube schon das es schwierig ist einen neuen Arbeitgeber zu finden .Gerade im Büro mit Kundenkontakt , klar gibt es das sogenannte Gleichstellungsgesetz ,das besagt das niemand benachteiligt werden sollte . Allergings  gilt das kaum für den Arbeitsmarkt und schon gar nicht in der freien Wirtschaft . Dies bei der Agentur für Arbeit zu hinterlegen halte ich für eine schlechte Idee . Ersteinmal ist dies keine Behinderung ( sofern kein Grad der Behinderung festgestellt wurde ) und wenn weiter keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen ,die durch ein ärztliches Attest belegt sind , würde dich das nur bei der Arbeitssuche behindern . Sprich , du würdest weniger Angebote bekommen und die Chance sinkt noch weiter . Ich würde an deiner Stelle nicht aufgeben und in Vorstellungsgesprächen deine Qualifikationen heraus kehren und die Pso erstmal nicht zum Thema machen . Es gibt durchaus auch tolerantere Arbeitgeber . 

Ich drück dir die Daumen !

lg Mone 

( übrigens bin ich Arbeitsvermittlerin bei der AfA mit starker Pso an den Händen und ich überlasse meinen Kunden ob sie mit die Hand geben oder nicht, etwa 90% tun es trotzdem :) ) 

 

Geschrieben

Hallo zpaces

Ich hatte bei meinem letzten Arbeitgeber das Glück trotz meiner PSO die auch offensichtlich ist

eingestellt worden  zu sein.Sicher ist es nicht selbstverständlich. Man sollte aber nicht aufgeben

auch wenn es nervt. 

Gruss Donna

Geschrieben

Hallo zpaces,

also ich habe die PSO auch an den Händen und teile deine Erfahrungen diesbezüglich. Vor allem im Kundenkontakt kann das störend sein, da man ja "anders" ist. Auch ich habe einige Jobs nicht bekommen, weil der Arbeitgeber selbst ein Problem hatte mir die Hand zu geben.

Nein ich würde da den Empfehlungen von Simone folgen und es nicht angeben. Du bekommst weniger Angebote und es gibt genug Menschen, die die Krankheit kennen und dementsprechend aufgeschlossener sind.

Da ist Durchhaltevermögen angesagt, ich weiss der Rat bringt dir im Grunde garnichts, aber du musst auf Toleranz und Verständnis hoffen.

Drücke dir die Daumen!

LG

 

P.S.:

@Simone1971Allerdings mag ich zu bedenken geben, dass die Kunden, die zu dir kommen, was von DIR wollen. Natürlich gebe ich einem Arbeitsvermittler die Hand, auch mit starker PSO an den Händen, denn ich möchte ja signalisieren, dass ich tolerant und aufgeschlossen bin. Im Verkauf als Beispiel sieht das dann anders aus, denn es gibt immer Alternativen, wo man einkaufen kann. Aber bitte fasse das nicht als Angriff auf, sondern einfach als andere Sicht auf die Situation.

 

 

Geschrieben

Vielen Dank für Eure Antworten. Verbergen kann ich meine Pso leider nicht. Sie ist einfach zu offensichtlich, als das man sie verbergen könnte. Daher werde ich immer darauf angesprochen.
Im großen und ganzen geht das jetzt seid über 10 Jahren so. Und ich habe leider feststellen müssen, das die Pso immer noch eine gewisse "Ekel"-Krankheit ist und die Gesellschaft immer intoleranter wird. Mittlerweile ist das mit der Hand geben auch ein Alltagsproblem geworden...

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb zpaces:

Vielen Dank für Eure Antworten. Verbergen kann ich meine Pso leider nicht. Sie ist einfach zu offensichtlich, als das man sie verbergen könnte. Daher werde ich immer darauf angesprochen.
Im großen und ganzen geht das jetzt seid über 10 Jahren so. Und ich habe leider feststellen müssen, das die Pso immer noch eine gewisse "Ekel"-Krankheit ist und die Gesellschaft immer intoleranter wird. Mittlerweile ist das mit der Hand geben auch ein Alltagsproblem geworden...

Genau genommen ist Hand geben aus medizinischen Gründen out. Kannst du etwa mit Sicherheit sagen, dass dein Gegrenüber sich nach dem Toilettenbesuch die Hände gewaschen hat, in die Hand reinger... hat oder beim niesen die Hand vor den Mund (richtig wäre in die Armbeuge zu niesen), gehalten hat?

Gruß Anne

  • 2 Monate später...
Geschrieben

Ich denke auch, dass es immer auf den Job ankommt. Ein Arbeitgeber der nicht davon abhängig ist, dass man das Unternehmen gegenüber Kunden nach außen hin repräsentiert hat sicher weniger Probleme damit als wie wenn man keinen Kundenkontakt hat. Das ist wie mit den Tattoos, nur, dass Leute mit Tattoss sich dies selbst zuzuschreiben haben ;) Naja ansonsten mein Tipp einfach beim Bewerbungsgespräch alles so gut wie möglich abdecken, aber dann kann es natürlich auch zu bösen Überraschungen kommen, wenn du zB dann mit Arbeitsbekleidung alles offenbaren musst..

Geschrieben

Und genau das ist, wie ich finde, komplett die falsche Einstellung!

Ich möchte keinen Arbeitgeber der meint das ich aufgrund meiner Krankheit zu keinen Kundenkontakt befugt bin.

Desweiteren würde ich niemals auf die Idee kommen meine Krankheit vor irgendwem verstecken zu wollen. Mein zukünftiger Arbeitgeber soll mich im Vorstellungsgespräch kennenlernen so wie ich bin. Wofür verstecken? Um ihm dann im nachhinein mit meiner Krankheit zu konfrontieren? Oder um meine Krankheit während meines Dienstes immer verstecken zu müssen?

Quasi im Hochsommer im Pullover am besten noch mit Rollkragen zum Job????? Nein! Ich denke das ist die falsche Richtung. Entweder ich werde akzeptiert, so wie ich bin, oder eben nicht. Dann ist der Job aber auch nicht der richtige für mich. Zumindest nicht unter dem Arbeitgeber.

Ich will und werde mich nicht verstecken. Ich habe mir die Krankheit nicht ausgesucht. Habe nichts schlimmes verbrochen. Wer sich durch meine Krankheit gestört fühl passt leider nicht in mein Leben.

  • + 2
Geschrieben

Natürlich möchte jeder akzeptiert werden so wie er ist, ist aber in manchen Situationen manchmal schwierig, vor allem, wenn es um den Erhalt eines neuen Arbeitsplatzes gilt, da bemühen sich wohl auch die meisten "Gesunden" ein einigermassen gutes Bild abzugeben.

Ich tendiere da auch eher zu Tedis Antwort. Es sei denn natürlich, man kann sich die Jobs aussuchen, dann kann man sich so präsentieren wie man möchte, denn dann ist es  ja nicht schlimm wenn man von einzelnen Arbeitgebern abgelehnt wird.

Leider sieht die Realität anders aus und die Meisten haben keine Mehrzahl an  freien Arbeitsplätzen zur Auswahl.

Zum Thema Kundenkontakt mache ich das auch immer abhängig vom Arbeitsplatz. Ein Sachbearbeiter kann sicherlich seine Arbeit mit Schuppenflechte genauso erledigen wie einer ohne, jedoch beim Umgang mit Lebensmitteln fände ich persönlich es unangenehm wenn jemand mit sichtbarer Schuppenflechte auf dem Kopf mir Wurst verkauft, wo es sichtbar draufrieselt.

Geschrieben

Wenn es denn die Arbeit an Fleischtheken sein soll, so kann man sich ja eine Kopfhaube aufsetzen (die eigentlich aus hygienischer sicht eh Pflicht ist) ebenso wie Handschuh. Was nützt mit die Verkäuferin ohne Schuppen, die mir das Fleisch nett verpackt, aber sich regelmäßig ihre Hände in ihrer schmutzigen Schürze abwischt????

 

  • Like 1
Geschrieben

@Reiki, ich weiß nicht ob und wenn wieviel Dein Körper von der Schuppenflechte befallen ist, aber, bei starkem Befall reichen wohl auch keine Handschuhe aus, und der ist in meinen Beitrag gemeint. Es ist völlig natürlich dass sich jeder schuppt, die Erkrankung macht da jedoch den Unterschied.

Wenn Dir persönlich das nichts ausmacht ist doch super, mir schon. Und ich war selber jahrelang betroffen mit Kundenkontakt.

 

Geschrieben

Na das die Krankheit nicht toll ist wissen wir alle denke ich. Aber man muss doch dazu stehen. Vor allem drüberstehen. Ich kann mich doch nicht ein Leben lang verstecken. Was ist das denn dann für ein Leben? Vorallem verstecke ich mich in erster Linie damit ich nicht auffalle, quasi das sich keiner von meinem Anblick gestört fühlt. Also eigentlich für die anderen Leute. Ne, ich habe nur das eine Leben. Ich muss doch gucken das es mir gut geht. Das ich damit möglichst gut zurecht. Da nehme ich doch keine Rücksicht auf andere.

Wobei mir bei meiner Einstellung natürlich klar ist das nicht alles geht. Bademeister ist z.b so ein Beruf. Das passt einfach mal nicht. Zumindest nicht wenn ich komplett und stark befallen bin. Aber das Beispiel mit der Fleischtheke geht in meinen Augen auf jeden Fall.

Ich kann mich doch nicht in meinem Leben komplett einschränken nur damit ich niemanden störe. Aber viel hat es auch damit zu tun, wie man selber damit umgeht. Leider gibt es viele die sich als Opfer sehen. Und nur geringes Selbstbewusstsein haben. Die ihr ganzes Leben einschränken....leider.

  • + 2
Geschrieben (bearbeitet)

Es wird immer chronisch Kranke geben, die in gewissen Berufen eingeschränkt sind. Da ist das persönliche Selbstbewusstsein nicht ausschlaggebend. Da setzt die Krankheit die Grenze. Ich weiß selber, wie unangenehm es für mich im Büro war wenn mein Kopf rieselte und ich z.B.die PC-Tastatur ausschütteln musste. 

Krankheiten haben auch manchmal etwas mit Hygiene zu tun, grade im Lebensmittelbereich. Natürlich hast Du vollkommen recht, dass  Hygiene  für jeden gilt, egal ob im Verkauf oder in der Fertigung, ob mit oder ohne Krankheiten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es das Selbstbewusstsein stärkt wenn jemand merkt, die Kunden kaufen alle beim Kollegen. Was ist wenn die Haut sichtbar geschädigt ist, das kennen wir doch alle, entsteht manchmal schon durch das kratzen wenn es juckt. Ganzkörperkondom geht schlecht, krankschreiben lassen bis es abgeheilt ist? Das sind mit Sicherheit auch Gründe die ein  Arbeitgeber bei der Auswahl seiner Angestellten miteinbezieht. Die Gesellschaft ist leider nicht immer so tolerant wie man sie sich manchmal wünscht. 

bearbeitet von Tatja
Geschrieben

Ich hatte nie Probleme. Und hatte definitiv Zeiten in denen ich schlimm aussah. Kopfhaut und Hände inkl Arme völlig im argen. Zu mir sagte noch nie jemand "Tschuldigung aber was haben sie denn ekeliges mit ihrer Haut" Habe täglich Kontakt zu Menschen. Viel ist es auch wie man selber damit umgeht.

Z.B. bei dem Supermarkt, bei mir nebenan arbeitet im Verkauf eine Frau mit sehr starker Psoriasis. Die hat eine so tolle Art das sie die beliebteste Verkäuferin dort ist. Einfach weil sie selber ganz offen damit umgeht. Genau wie eine andere Frau, die ebenfalls dort beschäftigt ist. Ein transsexueller Mann, der öffentlich als Frau lebt. Kommt ganz prima an...

Egal um was es geht, es hat viel damit zu tun wie man sich selber gibt. Das kannst du auf sämtliche Bereiche ausbreiten. Endlos denke ich...

  • + 2
Geschrieben

Natürlich bekommt man meistens viel zurück wenn man offen und tolerant ist, warum auch nicht. Sichtbar "anders " auszusehen oder zu verhalten, damit meine ich jetzt zB Behinderungen, Hauterkrankungen schrecken trotzdem viele Menschen ab weil sie sich damit nicht auseinander setzen müssen und wollen, das schafft dann im ungünstigsten Fall eine Ausgrenzung. Wir in diesen Foren und Gruppen haben Verständnis, auch für Menschen mit anderen Erkrankungen. Aber viele Beiträge zeigen ja leider oft auch,  dass es anders ist und dass man sich dann leider anpassen muss, zB. wenn es um einen neuen Arbeitsplatz geht.

  • 4 Monate später...
Geschrieben
Am 27.1.2017 um 00:44 schrieb zpaces:

Hallo Leute,

ich würde gern mal von Euch wissen, wie es bei Euch so mit Schuppenflechte und Arbeitsmarkt ist. Insbesondere bei denen mit sichtbarer Schuppenflechte. 

Ich habe die Pso stark auf der Kopfhaut und hinter den Ohren und  schwach aber sichtbar auf den Händen und im Gesicht. Ich selber habe es erlebt, dass man mir nur sehr ungern die Hand geben wollte. Natürlich war ich dann hinterher für den Büro-Job "nicht geeignet". Bei einem anderen Bewerbungsgespräch wurde ich direkt darauf angesprochen, dass es mit Kundenkontakt Probleme geben würde, da nicht jeder weiss was Schuppenflechte ist bzw. weiss dass die Pso nicht ansteckend ist. Mit dem Satz "Sie müssen daher verstehen, dass wir sie nicht einstellen können." wurde das Bewerbungsgespräch dann auch beendet.

Macht es Sinn die Krankheit beim Arbeitsamt "zu hinterlegen"?

Des weiteren würde ich gern von Euch wissen, wie es bei Euch so mit sichtbarer Schuppenflechte und Arbeitssuche/Arbeitsamt ist.

Vielen Dank.

 

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