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Der Apfel fällt nicht weit vom Birnenbaum


Ruhrpottzicke

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Geschrieben (bearbeitet)

Der Apfel fällt nicht weit vom Birnenbaum

Hausaufgaben mit meinem „Ableger“ machen ist ungefähr so toll wie „stundenlanges Warten beim Arbeitsamt“. Gerade Mathe ist ein Fach bei ihr, da kriegt sie die Wutanfälle und ich ein graues Haar nach dem anderen.

Heute war es dann wieder soweit. Lange Schule, schnelles Mittagessen und dann die alltägliche Frage meinerseits „und…was habt ihr heute für Hausaufgaben?“. Ich hatte noch nicht ganz diesen Satz zu Ende gesprochen, da sah ich in ihren Augen schon die Adern blutrot leuchten und wenn ich mich nicht verguckt habe, kamen sogar die Halsschlagadern ein Stückchen hervor. „Matheeeeeeeeee“ sagte sie und ich wusste, die nächsten Stunden werden die schlimmsten sein. Nicht nur für meinen „Ableger“, sondern auch für meine Nerven. In dieser Zeit stehen bei mir die Nackenhaare hoch, die Muskeln sind angespannt und ich kriege den starren Blick. Sie nimmt ihr Buch, sie nimmt ihr Heft und sie nimmt das „Schmierpapier“. Jawohl…ich bestehe auf „Gegenrechnung“. Das Federmäppchen knallt auf den Tisch und die Mutti wird kurzzeitig aus ihren Gedanken gerissen. Auf los geht´s los. Seite suchen, Heft aufschlagen und rechnen. Denkste, rechnen fällt bei meinem „Ableger“ wegen „stummen Anstarren“ der Matheaufgabe aus. Ganz vorsichtig frag ich, auf welche Aufgabe sie schaut. Der Finger zeigt auf eine Divisionsaufgabe. Ich frage sie, wann sie denn gedenkt mit der Aufgabe anzufangen und schwupps ernte ich schon den ersten bösen Blick.

„Was ist?“ frag ich sie. „Kenn ich nicht, hab ich noch nie gemacht, hat mir niemand erklärt“, kommt patzig ihre Antwort. „Ja nee iss klar“ erwidere ich. „Hast Du ja erst vor knapp 24 Stunden mit deiner Mathenachhilfe gemacht“. Jetzt kommt so langsam Farbe ins Gesicht meiner Tochter und ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen. Tja, je mehr Grinsen bei der Mutti, je mehr Farbe bei der Tochter. Also, alles wieder zurück auf Null. Mutti nimmt sich das Schmierpapier und rechnet die erste Aufgabe vor. Kind guckt ganz fasziniert auf das Geschreibsel und Mutti weiß, sie guckt nur, rafft aber nichts. Tja, was soll ich sagen, heute waren es knapp 1,5 Stunden Mathe. Meine Nerven liegen blank. Ich brauch nen Kaffee und ne Kippe und meine Tochter tut so als wär nichts gewesen.

Da, das Telefon klingelt. Meine Mutter ist dran und als ich ihr so von der Qual der Hausaufgaben erzählte in der Hoffnung ich bekomme „ein telefonisches Köpfchenstreicheln“, wurde es am anderen Ende der Leitung immer ruhiger. Als ich nachfragte, was sie denn dazu sagt, antwortete sie nur ganz trocken „tja Tochter, der Apfel fällt halt nicht weit vom Birnenbaum“. Scheiße….ich war als Kind auch ein Zahlen-Legastheniker.

Hoffe, ich hab euch mit dieser kleinen Geschichte nicht all zu viel gelangweilt. Aber ich muss ja auf die Stimmen in meinem Kopf hören!

„Der Kopf ist rund, damit die Gedanken kreisen können“.

bearbeitet von Ruhrpottzicke

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