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Felicia schreibt

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Der Tag der absoluten Freiheit


Felicia

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guten morgen,

gestern gabs für meinen junior nach fast 14 jahren den tag der absoluten freiheit.

er war jetzt 13 jahre schüler, hat abi gemacht und war jetzt die letzten 9 monate zivildiener statt heer.

nun ist alles geschafft, ein letztes bier mit seinen zivi-kollegen gestern, dann heim.

viele behinderte kinder hat er in diesen monaten betreut, war ihnen eine stütze im alltag, ein hilfslehrer und ein bissl freund.

für einen ganz kleinen jungen, der fast blind ist auch jemand an dem man sich in der pause am bein ankrallen kann und nicht mehr loslassen will.

manchen tag ist er schier verzweifelt über all das leid, den zorn, die agressivität dieser kinder, mit der zeit wurde das aber.

sein grosser vorteil: es bringt ihn ja eh fast nix im leben aus der ruhe.

diese kinder haben ihm gestern ein gruppenfoto geschenkt, hinten alle was draufgeschreiben, einige noch extra in krakelschrift ein briefchen dazugetan.

ich war echt gerührt als er mir das alles gezeigt hat, ein bissl stolz war er, würde das aber nie so zeigen.

gut hat es ihm getan dieses jahr, hat ihn ein bissl aus seiner edvwelt rausgeholt ins leben, hat ihm gefühle gezeigt und gefühle erleben lassen.

sein herz aufgebrochen und ihm ein stück weit gezeigt was leben noch sein kann.

leben das anders ist, schwer, mit hindernissen.

er ist dadurch ein anderer geworden, jemand mit sozialem verständnis, weicher ums herz und mehr den blick hinter die fassaden der menschen.

ich denke er nimmt viel mit und ich hoffe das er sein leben besser anfängt als ich meines damals.

fehler zu machen ist klar, auf sein herz zu hören kann aber nie falsch sein.

jetzt gibts mal ein bissl urlaub, dann wird er auf jobsuche gehen.

ich lasse ihm noch ein bissl freiheit, die tut so gut und die hat man später doch nie mehr im leben.

wenn ich heute könnte wie ich wollte wäre ich längst ausgestiegen aus all der hektik um mich rum.

das darf ich ihm natürlich nicht sagen, er hat sein leben noch vor sich, er muss einen job finden und sich was eigenes aufbauen.

aber ich war gestern besonders stolz als er so vor mir stand, mein junge, ein grosser kerl, ein mann.

wohin verrinnt die zeit....................

eure felicia

1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

kellerkind

Geschrieben

Hallo Felicia,

und du darfst auch stolz sein, sein Rüstzeug hat er ja von dir... mein sohn hat nicht den zivildienst gewählt, er wird soldat werden. der Gedanke gefällt mir nicht besonders, aber es ist sein weg, nicht meiner. Toleranz und akzeptanz üben, fällt da nicht ganz leicht. Aber stolz bin ich auch, auch wenn er nicht das tut , wie ich es gerne hätte. Aber auch das erfordert mut, seinen weg zu gehn. und darauf bin ich stolz.. sein weg wird anders sein, wie ich es gerne hätte, aber deshalb wird der weg nicht schlechter sein..und die zeit läuft..

die kinder laufen ihr leben, das soll ja auch so sein.. es gibt freiheit für uns... nutzen wir sie..

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