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Infektionen und COVID-19 vorbeugen

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Infektionsabwehr durch Wärme (Förderung der Durchblutung)


GrBaer185

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Infektionen im Körper werden u. a. durch Viren und Bakterien hervorgerufen. Dabei handelt es sich nicht um ein plötzliches, massives Ereignis durch kurzfristige Einwirkung, wie z. B. beim Bruch eines Knochens, sondern um eine dynamische Entwicklung; die Krankheitserreger müssen sich erst vermehren und im Körper ausbreiten, um zu einer Erkrankung zu führen.
Gegenspieler der Infektionsentwicklung ist u. a. das menschliche Immunsystem mit seinen Abwehrzellen und seinen Antikörpern ("Abwehrstoffen"). Die Abwehrzellen und Antikörper werden durch das Blut transportiert, eine effektive Immunabwehr setzt also u. a. eine gute Durchblutung an den betreffenden Eintrittsstellen der Krankheitserreger in den Körper voraus. Dies ist wohl u. a. der Grund für Rötungen und Schwellungen von verletzten oder infizierten Körperbereichen.
Gute Durchblutung bedeutet, dass pro Zeiteinheit mehr Abwehrzellen und Antikörper das gut durchblutete Gewebe durchströmen und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Virus, ein Bakterium oder ein (anderer) Fremdkörper durch das Immunsystem unschädlich gemacht wird.

Diese Überlegungen begründen letztlich aus biomedizinischer Sicht althergebrachte  und bewährte Verhaltensweisen und Ratschläge - oft von Müttern (und Vätern) "gepredigt". Wenn es kühl ist (extrem natürlich im Winter, aber auch sonst) oder ich erkältet bin, trage ich einen Schal oder Rollkrangenpullover, um den Hals warm zu halten. Ich trinke einen heißen (warmen) Tee. Beim Motorradfahren (wenn ich denn so unvernünftig bin und das Risiko eingehe) im Sommer trage ich (vielleicht oder hoffentlich) einen Nierengurt. Auch wenn ich kein Motorrad fahre, sollte ich meine Nieren nicht auskühlen lassen, sondern besser warm halten. Ich sollte mich nicht längere Zeit auf kalte Steine setzen und das Unterhemd in die Hose stecken - besonders als Frau, danken mir dies meine Blase und die Nierenbecken. Grund ist nicht, dass das Gewebe wegen einer niedrigeren Temperatur Schaden nimmt, sondern die bessere, da weniger gehinderte, Ausbreitung der Bakterien in Harnröhre, Harnblase und Harnleiter bis hin zum Nierenbecken. 

Die Medizin setzt Wärme als Behandlungsform nicht nur zur Muskellockerung ein, sondern eben auch zur Durchblutungsförderung und damit Therapie bei Erkrankungen, z. B. in Form von Rotlicht oder Mikro- und Kurz wellenstrahlung.
Der Körper reagiert bei einer Infektion u. U. mit einer erhöhten Körpertemperatur (bis Fieber).
In Kliniken wird die Hyperthermie ("Ganzkörperüberwärmung") zur Krebstherapie eingesetzt.
Neben den Effekten durch eine bessere Durchblutung sind noch von der Temperatur abhängige Veränderungen in der Reaktionsfähigkeit von Molekülen und im Zellstoffwechsel bedeutsam.

Nun konkret zu mir. Ich behandele meine Psoriasis seit über fünf Jahren mit dem Biologikum Secukinumab (Cosentyx). Eine sehr häufige (kann mehr als 10 Prozent der Behandelten betreffen) unerwünschte Nebenwirkung der Behandlung mit Cosentyx sind "Infektionen der oberen Atemwege mit Symptomen wie Halsschmerzen oder verstopfter Nase (Nasopharyngitis, Rhinitis)" - Quelle: Beipackzettel von Cosentyx. Bei mir kommt eine Verminderung der Lymphozyten (vermutlich aufgrund vorausgegangener jahrelanger Therapie mit Fumaraten) hinzu.
Wohl daher besteht bei mir eine erhöhte Empfänglichkeit für Hals-Nasen-Infekte und Bronchitiden. Mehrfach musste ich wegen Infekten ein Antibiotikum nehmen und hatte zweimal eine Lungenentzündung.

Wie habe ich mein Verhalten darauf eingestellt?
Ich achte darauf möglichst nicht zu frieren, was ja aus gutem Grund unangenehm ist.
Ziehe mich eher zu warm an, leichtes Schwitzen ist mir angenehm.
Trage praktisch immer ein Halstuch.
Trage praktisch immer außer Haus eine der Jahreszeit angepasste, gerne warme Kopfbedeckung - im Hochsommer als Sonnenschutz.
Habe für mich das Tragen von Westen entdeckt.
Mache Radtouren nur bei Außentemperaturen von über 15 °C.
Habe bei Wanderungen und auch sonst "immer" eine Jacke zu viel dabei.
Trinke keine Getränke aus dem Kühlschrank.
Werde demnächst noch bewusster oder weniger Eis essen.
Bei den ersten Anzeichen eines Infektes, also Halskratzen, leichte Verschleimung, schlafe ich auch mit Halstuch und Mütze.
Versuche viel zu trinken, auch warme Getränke.
Lutsche zuckerfreie Kräuter- und Husten-Bonbons.
Trage in Geschäften weiterhin eine FFP-2 Maske.

Mir ist bewusst, dass ich eine Infektion nicht absolut vermeiden kann und ein, zwei Erkältungen pro Jahr als "normal" gelten. Meine Hoffnung ist allerdings, dass ich durch ein, an meine gesundheitliche Konstitution, angepasstes Verhalten meine Infektanfälligkeit auf möglicher Weise das Durchschnittsniveau vermindern kann.
Aktuell (Stand 02.03.2022) habe ich "nur" 690 Lymphozyten pro Mikroliter Blut. Vielleicht kann ich also, in erster Näherung, durch eine Verdoppelung der Durchblutung meiner Hals-/Rachenschleimhaut meine Immunabwehr auf das Niveau einer Person mit 2 mal 690 gleich 1380 Lymphozyten pro Mikroliter erhöhen.
So oder so ähnlich stelle ich mir das vor und hoffe, dass ich gesünder lebe.

Über Anregungen, Ergänzungen und Kommentare würde ich mich freuen!

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bearbeitet von GrBaer185

3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Klara02

Geschrieben

Interessanter Ansatz. Mir scheint es auch wichtig, die Schleimhäute feucht zu halten, damit sich Viren u. Bakterien nicht festsetzen, also Raumluft möglichst nicht zu trocken haben. Ich bin auf das Nasenspray algovir https://www.pharmazeutische-zeitung.de/carragelose-gegen-coronaviren-125576/

gestoßen, benutze es (wenn ich dran denke), bevor ich micht mit Leuten treffe. Ich finde, es feuchtet die  Nasenschleimhäute an, mir ist es angenehm. Ob es wirklich was taugt, weiss ich natürlich nicht.

Bei Hustenbonbons und dergl. nutze ich eher Xylit-Kaugummis ,Xylit soll die Kariesbildung reduzieren, Kaugummis regen die Speichelproduktion an, spülen also Bakterien und Viren eher den Hals runter (Laienhaft ausgedrückt). Bei Bonbons auch immer drauf achten, dass nicht ständig "Säure" die Zähne umspült, denn zuckerfrei allein ist auch nicht alles. Bei leichtem Halskratzen gurgle ich sofort mit Salbeisud (frischen oder getrockneten Salbei 10 Min mit kochendem Wasser übergossen), wirkt, wenn man es wirklich sofort macht zuverlässig, wenn ich zu faul bin, mir den Sud gleich zu machen, klappt es nicht mehr.

LG

Klara

 

  • Danke 1
Oolong

Geschrieben

Reichlich trinken, hatte mir mein Arzt vor kurzem geraten, als ich ihn wegen meines Hustens aufsuchte. 

Die Nasenschleimhaut, sie ist bei mir ständig trocken, pflege ich mit Sesamöl (gibt es von Abtei).

Außerdem trinke ich morgens zum Frühstück mein "Spezial- Abwehr-Smoothie"  bestehend aus: 

1 Apfel, den Saft einer Zitrone, zwei Möhren, eine Hand voll Salatblätter (man kann auch Grünkohl nehmen), ein Stück frischen Ingwer, einen Tropfen bestes kaltgepresstes Öl, etwas Honig oder Süßstoff (wenn man es süß braucht) und einen 3/4 l Wasser. -- Alles in einen Mixer geben und gründlich zerkleinern, bis eine trinkfertige Masse entsteht. -- So kommt man gleich Morgens zu reichlich Flüssigkeit, Vitamine und Mikronährstoffen.

LG Oolong

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Burg

Geschrieben

Noch lieber als Kräuterbonbons lutsche ich Halspastillen mit Isländisch Moos (isla) - diese müssen bei mir Zucker oder Saccharose enthalten, da ich alle Zucker-Austauschstoffe nicht vertrage.

Nach dem Lutschen der Pastillen habe ich ein eher trockenes Gefühl im Mund (das ist nicht jedermanns Wunsch) aber das isländische Moos legt sich wie ein Film über die beim Beginn einer Erkältung gereizten Schleimhäute; das ist für mich sehr angenehm und verhindert in der Regel, dass sich der Infekt ausbreitet. Am Besten nehme ich eine Pastille (oder mehr) direkt bei den ersten Anzeichen von Halskratzen; unterwegs habe ich auch immer welche dabei.

Beim Ruhigsitzen zu Hause benutze ich seit 15J meine "Oma-Decke", im Auto ein Seidentuch für Hüfte, Becken und Beine, um mich genug warm zuhalten.

Als Infektionsvorbeugung versuche ich auf meine 8 Stunden Schlaf zu kommen oder wenn es mich selten doch einmal "erwischt" hat, dann ab ins warme Bett mit heißem Honig-Tee, Wärmflasche und Kapuzenjacke, um danach (12-36 Stunden, bei SARS CoV2 z.B. 48 Stunden) gesund wieder aufzustehen.

Tritt das Halskratzen aber schon morgens auf, lege ich mich gleich wieder hin, schlafe bis Mittag und bin danach meistens wieder ganz gesund.

Möglicherweise spielt auch das Auskurieren von Infekten eine entscheidende Rolle, ob ich danach eine längere Zeit (Monate bis Jahre) infektfrei bleibe. - Nach einer Erkältung noch 3 Tage ruhen, nach einer echten Grippe noch 3 Tage nach der Fieberfreiheit das Bett hüten und sich mindestens noch 2 Wochen danach schonen. - So wollte es in den 50er Jahren unser Hausarzt.

(In den 70ern sollte ich bei Grippe schon nach 1 Woche wieder arbeiten, da ich ja fieberfrei war, sagte der Arzt. Daraufhin fing der nächste Infekt schon nach 1 Woche wieder an, dauerte dann 3 Wochen, ich ging wieder arbeiten und nach 1 Woche das gleiche "Spiel" von vorne, usw. Danach waren Medikamente und viel Schonung wie z.B. Urlaub, Kur nötig, um aus dieser "Spirale" mal wieder heraus zu kommen.) - Und das ohne Biologicals - ich hatte nur ein "heruntergewirtschaftetes" Immunsystem, das sich dann nur sehr langsam wieder erholte. Aber nach 2-3 Jahren war das auch ausgestanden. LG Burg

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