Mein Leben mit der Krankheit
Hay Leute,
ich hab jetzt mal einen Blog gemacht in dem ich als erstes meine Geschichte erzählen will wie ich mit der Kranakheit umgehe.
Ich bin 17 Jahre alt & habe Psoriasis schon seit ich 12 bin, weiß dies aber erst seit 3 Jahren. Als ich es das erste Mal an mir entdeckte, war es nur ein schuppender Punkt auf meinem linken Oberschenkel. Ich dachte es sei nur eine trockene Stelle deshalb bin ich erst einmal nicht zum Arzt gegangen. Der Punkt verschwand dann auch recht schnell wieder, deshalb hatte ich keine Bedenken, dass es wieder kommen würde. Irgendwann stellte ich dann fest, dass ich diese Schuppenden Flecken auf der Kopfhaut & an den Beinen bekam. Daraufhin ging ich zu einem Hautarzt der mir per Ferndiagnostik mitteilte dass es nichts außer Trockenheit sei. Ich weiß nicht bei wie vielen Ärzten ich mit meiner Mutter war um nach 2 Jahren endlich gesagt zubekommen das ich eine Hautkrankheit habe die Vererbbar ist. Seit ich diese Diagnose bekam musste ich in meinem Leben schon viel einstecken.
Es fing alles in der Schule an. Da Psoriasis eine Hautkrankheit ist & man sie äußerlich sieht, wurde ich von vielen Mitschülern und Menschen in meinem Umfeld beleidigt und gemobbt. Die Schulzeit war für mich die schlimmste Zeit in meinem Leben. Morgens wenn ich zur Schule musste überlegt ich mir ausreden nur um nicht wieder fertig gemacht zu werden. Sprüche wie: „ Igitt. Schau dir die mal an!“, waren dabei noch das harmloseste was ich zu hören bekam. Im Winter war es für meine Mitschüler immer besonders lustig wenn sie dann sagen konnten: „ Lorena, schüttel doch mal deinen Kopf damit es endlich schneit!“. Nach solchen Sprüchen war das Gelächter groß, nur ich bin dann wieder einmal aus dem Klassenzimmer gerannt und habe geweint. Egal wie oft die Lehrer auch zu den Schülern sagten: „ Lasst doch bitte die Lorena in Ruhe. Sie kann auch nichts dafür & außerdem ist es nicht nett sich über andere lustig zu machen.“, es half nichts sie machten immer weiter. Ich bin nur aus einem Grund noch in die Schule gegangen und das war der, dass ich meine Freunde hatte denen meine Krankheit egal war. Darüber bin ich auch echt stolz solche Menschen in der schweren Zeit gehabt zu haben. In Sommer hatte ich nie einen Rock, ein Kleid oder eine kurze Hose ohne Strumpfhose oder Leggins an. Schwimmen ging ich auch nicht gerne, da ich mir immer wieder sagte: „ Jetzt schaut dich wieder jeder blöd an & lacht über dich.“ Durch meine Krankheit fiel es mir auch sehr schwer neue Kontakte zu knüpfen, da ich nicht auf andere zugegangen bin. Als ich meinen Realschulabschluss 2011 (da war ich 16) machte, hatte ich mich eigentlich damit abgefunden das ich immer wieder irgendwelche Sprüche gesagt bekommen würde. Im September 2011 habe ich dann eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (Zahnarzthelfer/in) angefangen und war überrascht als mich einer meiner Chefs auf meine Krankheit ansprach. Warum? Weil auch er Psoriasis hat. Er hat mich dann gefragt wie ich damit klar komme & was ich dagegen mache. Damit klar kam ich zudem Zeitpunkt noch nicht so & dagegen machen ist auch einfach beantwortet eincremen, eincremen & nochmals eincremen. Ich kann euch sagen manchmal ist das echt anstrengend. So jetzt wieder zum Thema. Mein Chef verstand mich in diesem Punkt sehr gut. Immer Oktober 2011 bin ich dann Stationär in die Uniklinik in Homburg gegangen. Dort gibt es ja eine Hautklinik. Dort wurden dann Fotos von mir gemacht als ich kam um zusehen wie es sich im Laufe der 2 Wochen verändert, die ich in der Klinik verbrachte. Meine Chefs & Arbeitskolleginnen hatten damit kein Problem immerhin ging es ja um meine Gesundheit. Dass sie es so einfach hingenommen haben fand ich echt gut da ich ja noch nicht lange gearbeitet hatte. Zurück zu der Klinik, wo ich dann erst mal heraus fand dass ich es von meinem Opa, väterlicherseits geerbt habe. Es war total toll dort. Die Pfleger/innen & Ärzte/innen waren sehr nett. Das Einzige was mich gestört hat war meine Zimmergenossin. Das ist aber eine andere Geschichte. Die Behandlungsmethode in der Klinik war nicht wirklich anders als ich es zuhause schon gemacht hatte. Nur das man dort 3 x pro Tag eingecremt wurde. Ich bekam zusätzlich noch eine Lichttherapie( kann man sich wie eine stehende Sonnenbank vorstellen). Denn was ich auch schon im Urlaub festgestellt habe: In der Sonne & am Strand wird die Psoriasis besser. Nachdem ich dann wieder aus der Uniklinik kam, was mir einerseits schwer fiel, weil ich mich mit dem Pflegepersonal echt gut verstanden hatte, musste ich mir erst mal einen Hautarzt suchen der diese Lichttherapie auch macht. Prompt habe ich dann auch eine Hautärztin gefunden. Dort gehe ich regelmäßig hin, wenn es meine Arbeitszeiten & ihre Öffnungszeiten zulassen. Ich hatte zwar immer noch Probleme mich richtig mit der Krankheit anzufreunden aber es wurde besser. Seit ich mit meiner besten Freundin im Mai 2012 auf einer Pfingstfreizeit war, hat sich alles komplett geändert. Wie es dazu kam? Lest weiter dann wisst ihr es. Die Freizeit hatte das Thema: „ Gottes Kraft ist in den schwachen mächtig!“ Um mehr über diesen Bibelvers zuhören war ein Referendar anwesend der über dieses Thema sprach und uns dazu aufmunterte das auch wir in unsere Schwachheit stark sein können. Dies hab ich mir dann zu Herzen genommen und habe an einem Tag zu meiner Freundin & zu meinen Zimmergenossinnen gesagt, die auch von meiner Krankheit wussten da sie mich darauf ansprachen: „ Heute bin ich Stark in meiner Schwachheit!“ D.h. Ich habe an dem Tag das erste Mal nach langer Zeit wieder eine Hotpants ohne Strumpfhose oder Leggins darunter angehabt. Das fanden die Mädels aus meinem Zimmer echt toll & meinten dass sie es echt gut finden dass ich dazu stehe. Was mich am meisten verwunderte war, dass mich zwar Leute von der Freizeit auf meine Krankheit ansprachen aber das nicht irgendeiner, nachdem ich ihnen erklärte wie es ist, irgendetwas negatives gesagt haben. Ganz im Gegenteil sie kamen auf mich zu und sagten Sachen wie: „Ich finde das echt gut von dir das du so offen damit umgehst.“ Oder: „ Ich hätte nicht den Mut dazu, so offen damit umzugehen!“ Das hat mich echt sprachlos gemacht & seit diesem Zeitpunkt hab ich mich voll und ganz mit meiner Krankheit abgefunden. Deshalb bin ich auch echt froh dass ich mich diesen Schritt getraut habe. Ich gehe jetzt noch offener damit um & habe jetzt auch Spaß daran mich sommerlich zu kleiden ohne mir Gedanken zu machen was andere über mich reden oder denken. Generell seit ich auf dieser Freizeit war & diese Thema bearbeiten durfte gehe ich viel fröhlicher und entspannter durch die Gegend. Hiermit will ich jedem der diese Krankheit oder mit irgendetwas Andrem dieselben Probleme hat, raten: „ Hey, lass dich nicht von anderen runter ziehen. Auch wenn du es mir nicht glauben willst, jeder ist so wie er ist perfekt!“ Ich hätte mir vor der Freizeit auch nie erträumen lassen das ich einmal so denken werde.
Das war meine kleine Lebensgeschichte wie ich mit der Hautkrankheit Psoriasis lebe. Dieser Text soll auch andere dazu aufmuntern sich nicht zu verstecken denn ihr glaubt gar nicht wie viele Menschen es gibt die dasselbe Schicksal erleben wie ihr.
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