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Alltagswahnsinn

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"Glück Auf" nach Copiapó


ande71

1.156 Aufrufe

Seit 1996 bin ich jetzt nicht mehr aktiv im Bergbau tätig.

Aber Bergmann ist man ein Leben lang.

In Köln würde man vielleicht sagen:

„Berchmann is kein Beruf, Berchmann es ne Jeföhl.“

Deswegen glaube ich nicht, dass irgendein Bergmann, aktiv oder ehemalig, die Rettungsaktion in der Atacama nicht verfolgt hat.

Seit den ersten Minuten der Fernsehübertragung der Rettungsaktion saß ich vor dem Fernseher, habe meine Platz auf der Couch und die Fernbedienung verteidigt.

Ich habe sie alle gesehen, wie sie wieder an die Oberfläche gekommen sind.

Mit vor Müdigkeit brennenden Augen hab eich mir heute morgen, als der letzte aus der Kapsel ausgestiegen ist, ein Flächschen saarländischen Gerstensaft aus dem Kühlschrank genommen und auf das Wohl der Kameraden in Chile angestoßen.

Und ich habe festgestellt, dass es damals ein Fehler war, aus dem Bergbau auszuscheiden.

Glück Auf!

5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Zeisig1520

Geschrieben

Ich habe ja keine Ahnung vom Bergbau. Kann mir auch nicht richtig vorstellen wie es ist, soviele Meter unter der Erde zu arbeiten.

Ein gewisse Vorstellung habe ich zwar schon, aber ob die der Wahrheit entspricht, ist fraglich.

Auf jeden Fall habe ich mich auch gefreut, dass alle chilenischen Kumpel wieder nach oben kamen.

Ich kann mir vorstellen, dass es ein imenser Aufwand war, diese Rettung zu betreiben.

Würde das in Deutschland auch passieren können oder sind bei uns die Sicherheitsvorkehrungen besser ???

Eine Tiefe von 700m erscheint mir auch etwas sehr tief. Ich dachte immer, wenn ich Bergbau gehört habe, dass sie nicht so tief sind sondern eher so an die 100m. Mein Großonkel war in Sondershausen im Kali-Bergbau tätig, aber der hat nie mit uns Kindern über seine Arbeit gesprochen, auch wenn wir ihn mal danach gefragt haben. Fand ich immer ein bißchen komisch, naja wer weiß was er erlebt hat, dass er nie darüber gesprochen hat. Vielleicht waren es ja Dinge, die Kinder nicht wissen sollten. Heute kann ich ihn leider nicht mehr fragen.

Was mich interessieren würde, wie sind die Temperaturen da unten, heiß oder eher kalt ? Man hört ja manchmal, dass es sehr warm da unten sein soll. Obwohl ich schon manchmal in solchen Höhlen war, das waren z.T. auch alte Bergwerksstollen, aber da war es immer kalt. Ich meine das könnte jetzt bei 700m etwas anders sein, zumal da vielleicht ja auch die Beleuchtung sich auswirken könnte, oder die Belüftung, die Luftfeuchtigkeit und vieles mehr. Also wie gesagt, ich habe keine Ahnung.

Ich stelle es mir aber sehr schlimm vor, wenn die so tief unten eingesperrt sind. Obwohl ich ja gehört habe, dass einer der Bergleute jeden Tag 10km durch die Stollen gejoggt sei, um sich fit zu halten.

Alles in allem bin ich froh, wenn solche Unglücke ohne menschliche Verluste ausgehen.

Ich denke dabei auch immer an die Sorgen und Ängste der Familien derer die dort eingesperrt sind.

LG (oder GLÜCK AUF) vom unwissenden Zeisig ;)

Gast Barb

Geschrieben

Ich habe die Nacht noch bis Nr. 28 durchgehalten. Da alles so reibungslos und viel schneller als erwartet verlief, war zu erwarten, dass es ein gutes Ende finden würde. Wenn es auch schlimme Bedingungen für die Bergleute in Chile gibt, sollte man anerkennen, was für die 33 Leute professionell getan wurde. Hoffentlich ändern sich zukünftig die Bedingungen. Mein Respekt gilt aber denen, die es geschafft haben, die 69 Tage da unten als Gemeinschaft zu überstehen.

Lieben Gruß

ande71

Geschrieben

Ich glaub, ich schreib mal nen Blog zu meiner Zeit als Bergmann.

:rolleyes:

Christa 50

Geschrieben

SUPER alle Kumpel's gerettet. Die Freude dieser Menschen zu sehen war einfach ohne Worte.

Doch ich glaube, viele von ihnen - auch die Angehörigen - werden noch für sehr lange Zeit - wenn nicht sogar für immer - irgendwie traumatisiert sein. Einfach unvorstellbar so lange Zeit in 700m! Tiefe eingesperrt zu sein und nicht zu wissen, was passieren wird und noch passieren kann. Wieviel Kraft muss und kann ein Mensch haben? Ihnen hat der feste Glaube und die Gewissheit, das alles erdenkliche für ihre Rettung getan wird,viel Kraft gegeben.

@Zeisig: alle männlichen Verwandten meines Mannes sind bzw. waren 'Unter Tage'. Ihren Erzählungen nach ist und war es nicht immer einfach. Obwohl die Arbeitsbedingungen hier um sehr viel 'besser' sein dürften als in Chile. Die gesundheitlichen Spätfolgen wie z.B. die 'Staublunge' müssen sie einkalkulieren.

Ich stelle es mir schrecklich vor, stundenlang kein Tageslicht zu sehen, und je nachdem wie die Schicht fällt, kommt man auch noch bei Dunkelheit erst wieder hoch.

@ande1: ja, schreib mal einen Blog über deine Zeit als Bergmann.

Lieben Gruß

Christa

Gast Birilig

Geschrieben

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